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Sind Cashewkerne gesund?

Über Cashews halten sich verschiedene Gerüchte. Manche sagen, Cashews seien überhaupt keine Nüsse und darum nicht mit deren Inhaltsstoffen zu vergleichen. Andere behaupten sogar, dass Cashews giftig seien - doch stimmt das wirklich? Wir sehen uns alle Mythen über Cashews an und überprüfen, ob sie wahr sind. Außerdem erklären wir Dir alles über die wichtigsten Nähstoffe in Cashews.

Die Cashew ist keine Nuss

Sind Cashews Nüsse? Nein! Wie die Bezeichnung Cashewkerne schon ganz richtig suggeriert, handelt es sich bei Cashews nicht um Nüsse, sondern um Steinfrüchte. An den Cashewbaumes wachsen Früchte, sogenannte Cashewäpfel, die jeweils eine Cashewnuss tragen. Bei dieser "Nuss" handelt es sich aber eigentlich um eine Steinfrucht. Diese Steinfrucht bildet wiederum die Umhüllung für den Cashewkern, den wir essen.

Sind Cashewäpfel auch essbar? Ja, diese Früchte kann man essen. In den Anbauregionen des Cashewbaumes werden die Früchte zu Marmeladen oder Saft verarbeitet, mancherorts brennt amn auch Schnaps daraus. Cashewäpfel sind in Europa aber nur schwer zu bekommen.

Welche Inhaltsstoffe sind in Cashewkernen?

Cashewkerne enthalten nicht nur Kohlenhydrate und Proteine (Eiweiße), sondern auch viele Vitamine und Mineralstoffe, außerdem sind sie besonders reich an Tryptophan. Im Folgenden schauen wir uns einige dieser wertvollen Nähstoffe genauer an. Alle Mengenangaben bezieh sich dabei auf den Nähstoffgehalt von 100 Gramm Cashewkernen.

Tryptophan

L-Tryptophan ist eine essentielle Aminosäure, das heißt, der Körper kann sie nicht selbst herstellen, sondern ist auf die Zufuhr von außen angewiesen. Warum ist Tryptophan wichtig? Der Körper stellt aus der Aminosäure den Botenstoff Serotonin her. Serotonin wird immer dann ausgeschüttet, wenn wir glücklich sind - daher kommt auch die Bezeichnung "Glückshormon". Im Lauf des Tages bildet der Körper aus dem Serotonin wiederum das Schlafhormon Melanin. Ein Mangel an Tryptophan kann also zu Stimmungsschwankungen, depressiver Verstimmung und Schlafstörungen führen. Darum empfiehlt die WHO eine tägliche Zufuhr von 3,5 bis 6 mg L-Tryptophan pro Kilogramm Körpergewicht für Erwachsene.

Magnesium

Magnesium trägt zur reibungslosen Funktion der Nerven und der Muskeln bei. Wirst Du nachts von Wadenkrämpfen geplagt? Die Ursache dafür liegt meist in einem Magnesiummangel. Die Muskeln können nicht richtig arbeiten und verkrampfen sich. Bevor du jedoch zu irgendwelchen Nahrungsergänzungsmitteln greifst, kannst Du es erst einmal mit magnesiumreichen Lebensmitteln probieren. Cashews sind dafür geradezu ideal, denn 100 Gramm der Kerne enthalten bis zu 260 mg Magnesium.

Phosphor

Ohne Phosphor kein leben - so einfach ist das. Das im Alltag von uns wenig beachtete Spurenelement spielt nicht nur eine entscheidende Rolle beim Aufbau unserer Erbinformation, der DNA, sondern ist in Form von Adenosintriphosphat entscheidender Bestandteil für den Energiestoffwechsel jeder Zelle im menschlichen Körper. Mit durchschnittlich 490 mg Phosphor sind Cashews ein guter Lieferant für das Spurenelement.

Eiweiß

Cashewkerne enthalten etwa 15,3 g Eiweiß. Das ist besonders wichtig für Menschen, die teilweise oder ganz auf tierisches Eiweiß in ihrer Ernährung verzichten. Vegetarier und Veganer bekommen dank der leckeren Cashewkerne ihre tägliche Portion Eiweiß.

Fett

Ist Fett gesund? Nun ja, das kommt natürlich darauf an, wie viel und vor allem welche Fette man zu sich nimmt. Ungesättigte Fettsären sind ganz allgemein gesprochen gesünder als gesättigte. Cashews enthalten zum Glück vor allen ungesättigte Fettsäuren und tragen somit zu einer Senkung des Cholesterinspiegels bei. Der Anteil an gesättigten Fettsäuren an der Gesamtmasse ist bei Cashews deutlich geringer als bei "richtigen" Nüssen.

Vitamine

Cashews enthalten zahlreiche Vitamine der B-Gruppe, darunter 1,22 mg Vitamin B5 (Pantothensäure), das ein wahrer Universal-Baustein für die verschiedensten Enzyme im menschlichen Körper ist und Vitamin B9 (Folsäure), ohne das es keine gesunde Zellteilung geben kann.

Wichtig für den Erhalt der Nährstoffe: sorgsame Verarbeitung

Schon die Ernte der reifen Cashewäpfel ist eine diffizile Aufgabe. Warten die Bauern nur etwas zu lang, fallen die reifen Cashewäpfel von den Bäumen. Auf dem Boden verderben sie in der feucht-warmen Tropenluft recht schnell. Pflückt man jedoch die noch etwas unreifen Früchte vom Baum, leidet später die Qualität der Kerne. Am besten ist es, die reifen Äpfel direkt, nachdem sie vom Baum gefallen sind aufzusammeln. Da aber nicht alle Äpfel eines Cashewbaumes gleichzeitig reif werden, müssen die Plantagen regelmäßig nach gefallenen Früchten "durchkämmt" werden. Dieser Aufwand treibt natürlich den Preis in die Höhe, ist aber wichtig für die Qualität.

Bevor die Cashewnüsse weiterverarbeitet werden können, müssen sie zunächst einmal von den Äpfeln getrennt und getrocknet werden. Dies geschieht heute meist nicht mehr traditionell an der frischen Luft, sondern mechanisch mit maschinellen Verfahren und unter großer Hitze, um den Vorgang zu beschleunigen.

Der letzte Schritt in der Verarbeitung von Cashews nach der Ernte ist das Rösten bzw. Dämpfen. Beide Verfahren haben ihre Vor- und Nachteile. Das Rösten kann wegen der großen Röstkessel und der hohen Temperaturen schnell von statten gehen und ist somit die günstigere Variante, jedoch werden dadurch wertvolle Nährstoffe zerstört und es entweichen giftige Dämpfe. Das Dämpfen ist die schonendere, aber auch aufwändigere, Methode.

Rohe Cashewkerne sind zwar sehr gesund, aber fast nicht zu bekommen, da die rohen Schalen (Nüsse) ein stark ätzendes Öl enthalten, dass nur durch Hitze neutralisiert werden kann. Rohe Cashewkerne aus der Schale zu holen kann also ganz schön gefährlich sein. Vielleicht kommt daher das Gerücht, Cashews seinen giftig.

Können Cashewkerne giftig sein?

Nein, die Kerne sind niemals giftig, sondern sehr gesund. Die Schalen ("Nüsse") enthalten jedoch zum Schutz vor Fraßfeinden ein giftiges Öl, dass freigesetzt wird, wenn die Schale beschädigt wird und zu schwersten Verätzungen führen kann. Darum ist es wichtig, dass die rohen Cashewnüsse geröstet oder gedämpft werden, bevor man die Schale öffnet. Das Rösten hat dabei den entscheidenden Nachteil, dass während des Vorgangs giftige Dämpfe entstehen, die wiederum die Schleimhäute der Arbeiter reizen können. Beim Dämpfen besteht in dieser Hinsicht keine Gefahr, dennoch sind beide Verfahren zulässig, sogar bei solchen Cashews, die ein Faire-Trade-Siegel tragen. Verbraucher in Deutschland habe also keine Möglichkeit zu erkennen, wie die Cashews, die sie kaufen, verarbeitet wurden.

Kann man auf Cashews allergisch reagieren?

Ja, allergische Reaktionen nach dem Verzehr von Cashewkernen sind bekannt, aber selten. Grundsätzlich kann es Lebensmittelunverträglichkeiten gegen jedes Nahrungsmittel bzw. Getränk geben. Manche Lebensmittel wie Erdnüsse oder Kiwis sind aber bekannt dafür, dass besonders viele Menschen gegen sie allergisch sind. das ist bei Cashews nicht der Fall. Für die meisten Menschen sind Cashews gut verträglich und können ohne unangenehme Folgen verzehrt werden.

Herkunft der Cashews

Jetzt hast Du schon einiges über die Inhaltsstoffe von Cashews erfahren und fragst Dich vielleicht: Wo kommen Cashews eigentlich her? Ursprünglich wuchsen Cashewbäume nur im brasilianischen Urwald, doch schon im 16. Jahrhundert führten die Portugiesen die Pflanze in Mosambik und Indien ein. Der Subkontinent wurde in den folgenden Jahrhunderten zum größten Cashewproduzenten der Welt. Heute konkurrieren Vietnam und Nigeria mit Indien um den ersten Platz der Cashew-Exporteure, doch auch andere - vor allem westafrikanische - Nationen haben den Cashewanbau in den vergangen zwei Jahrzehnten merklich intensiviert. In der Regel werden die Cashewschalen noch vor Ort geröstet nur die leckeren Kerne treten die Weiterreise an.

Der Anbau von Cashewbäumen kann in strukturschwachen Regionen eine echte wirtschaftliche Perspektive für die Menschen bieten und so dazu beitragen, dass eine Abwanderung weiter Teile der Landbevölkerung in die Städte unterbleibt. Davon profitiert wiederum die Gesundheit der Landarbeiter, denn in den rasch wachsenden Städten Westafrikas herrschen oft schlechte Lebensbedingungen. Darum fördern einige afrikanische Länder den Cashewanbau als Gegenmittel gegen die Landflucht, indem sie den Bauern Mindestpreise für deren Cashews garantieren.

Fazit: Cashews sind gesund!

Du siehst: Cashewkerne sind ein gesunder und leckerer Snack, die viele wertvolle Nähstoffe enthalten und eine hohen Nährwert haben. Das gilt insbesondere im Rahmen einer veganen oder vegetarischen Ernährung, da sie viele pflanzliche Proteine und Ballaststoffe enthalten. Daneben sind die Spurenelemente wie Zink, Eisen und Phosphor von Bedeutung und machen die Cashews zu einem wahren Superfood. Doch nicht nur als Snack sind sie schmackhaft, es gibt auch viele Rezepte für leckere Kuchen und anderes Gebäck mit Cashewkernen. Schau Dich einfachmal um!

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